Richard Strauss: Salome (Wien, d. 10.12.2015; DVD,Premiere opera )

Es stand von vornherein 50 zu 50, ob einem die Handlung oder die musikalische Ausdeutung gruseln sollte. Der Orchesterklang unter der Leitung von Dennis Russel Davies klang über weite Strecken hektisch, energiegeladen und hatte zum größten Teil ein Tempo, dem die Sänger kaum zu folgen vermochten.So ging es zum Beispiel in der Szene mit den 5 Juden ( Dietmar Kerschbaum | 1. Jude, Peter Jelosits | 2. Jude, Michael Roider | 3. Jude, Benedikt Kobel | 4. Jude, Ryan Speedo Green | 5. Jude ) gesanglich und musikalisch drunter und drüber . Tomasz Koniczny als Jochanaan verpatze etliche Töne und leierte sich stellenweise unmusikalisch hoch 3 durch seine gesamte Rolle. Sehr schön hingegen sang Carlos Osuna seinen Narraboth, wirklich schade, daß dieser schon so früh dahinscheidet, hier hätte ich gern mehr gehört. Carole Wilson keifte sich hart an der Schmerzgrenze durch ihre gesamte Rolle, unbegreiflich das es der wunderbar singende Herwig Pecoraro als Herodes so lange mit dieser Nervensäge ausgehalten hat, ich hätte hier schon längst wegen seelischer Grausamkeit zur Selbsthilfe in Notwehr gegriffen. Schon Xavier Naidoo stellte einst fest dieser Weg …., und er war bis man endlich die erlösende Schlußszene erreichte steinig, schwer und vor allem nervig. Beim Tanz der von  Beroslaw Barlog vor etlichen Jahren bereiten Inszenierung glaubte man beim Alter der Tücher, Mottman tanze hier über die Bühne. Erst zum Ende erkannte man, daß es sich hierbei um Salome handelte. Bitte, nach ca. 30 Jahren könnten diese Tücher ( Schleier ) auch einmal erneuert werden. Bei aller Kritik die diese für Wien unwürdige Aufführung bereit hält, eines muß man abschließend feststellen, als Lisa Lindstrom (Salome ) mit ihrer Schlußszene, Es ist kein Laut zu vernehmen, begann, war sie bis zu ich habe deinen Mund geküßt, ich habe ihn geküßt deinen Mund, so in der Rolle drin, daß man mit Fug und Recht festhalten muß, so eine Salome, hat es seit Leonie Rysanek bis heute nicht wieder gegeben. 10 von 10 Punkten.

 

 

Werbeanzeigen

Über godenrath

Opernexperte
Dieser Beitrag wurde unter 02.26.Premiere opera veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s