Wolfgang A. Mozart: Cosi fan Tutte (Hamburg, d. 26.01.2016 )

Kaum hat Simone Young Hamburg den Rücken gekehrt,  schon setzt der altbekannte Schlendrian wieder ein. Grobe verspieler und schnitzer prägten den 1.Akt dieses Werkes unter der Leitung von Erich Wächter, der sich wohl ebenso wenig, wie die etwas zu lasche Hand Kent Naganos gegen das Philharmonische Staatsorchester Hamburg, zu behaupten weiß. Ab der zweiten Hälfte wurde es dann deutlich besser. Die Wahl der Tempi war exellent. Das offenhörbar sich die Münchner Schule vom Niveau, doch nicht ganz so mit dem internationalen Opernstudio in Hamburg zu messen vermag, davon gab an diesem Abend Julia Maria Dan als Fiordeligi ein markantes Beispiel. Leider auf der Bühne eine absolute Unpersönlichkeit, wenn sie nicht gut singen würde, würde man gar nicht merken, daß sie überhaupt vorhanden ist. Was Herrn Nagano hier geritten haben muß, werde ich nie verstehen. Hier muß dringendst Schauspielunterricht nachgeholt werden. So etwas mag vielleicht in München von der internationalen Presse honoriert werden, von mir hier in Hamburg aber nicht. Auch gab es erhebliche Probleme im ersten Akt während ihrer Arie Come scoglio mit den Koloraturen. In den Ensembleszenen hingegen war sie hervorragend und im zweiten Akt war eine deutliche gesangliche Steigerung bemerkbar. Hier war sie zumindest gesanglich präsent. Dorottya Lang in der Rolle der Dorabella sang und spielte alle an die Wand.  Mit ihrem wundervollen leicht anspringenden Mezzo war sie der Höhepunkt des Abends. So wie Dovlet Nurgeldiyev muß ein idealer Mozarttenor klingen, Bravo für diese Lektion in Sachen Mozartgesang, hier kann manch prominenterer Kollege noch so einiges lernen. Eine wunderbare Höhe,gepaart mit einer tollen Bühnenpräsenz rundeten diesen Abend  herrlich ab. Das nächste Bravo geht an Gabriele  Rossmanith als quirlige und herrlich auf- und überdrehte Despina. Auch hier rundete ihre Schauspiel gepaart mit einer tollen gesanglichen Interpretation diese wundervolle Rollenausdeutung ab. Victor Rud, der hier für Kartal Karagedik einsprang war ebenfalls gesanglich und auch darstellerisch brilliant. Das wunderbare komödiantische Talent von Tigran Martirossian, der vielleicht kein idealer Mozartsänger ist, dieses aber mit seiner unglaublichen Persönlichkeit bestens zu kompensieren versteht, war an diesem Abend ebenfalls hervorragend. Bemerkenswert auch wieder der Chor der Staatsoper Hamburg.

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