Wolfgang A. Mozart: Le Nozze di Figaro ( Hamburg,d. 20.11.2015 )

Nach meinem jetzigen Besuch dieser Aufführung frage ich mich in welcher Aufführung und in welchem Haus wollen die Herren Mischke und Brug eigentlich gewesen sein. Da sich Herr Brug wohl gerade im fortschreitenden Zustand  der Altersdemenz befinden muß, da er sichschon wieder nicht an die Besetzung des Abend erinnern konnte oder wollte, vermute ich einmal, er war wahrscheinlich sowieso nicht anwesend.Es wäre ja nicht das Erstemal, daß dieser einen Bericht über eine Aufführung verfasst, welche er nicht persönlich erlebt hat. Die Ouvertüre klang schmissig und wurde zu dem unter der Leitung von Ottavio Dantone ( an dessen vergangene Leistungen sich Herr Brug im Detail auch nicht mehr erinnern wollte ) mit einem schlanken Orchestersound präsentiert. Es gab dort die eine oder andere kurze Unebenheit aber mit fortschreitenden Abend spielten das Philharmonische Orchester Hamburg immer besser. Katerina Tretyakova klang als Susanna hörbar unterfordert und brach nur einmal in ihrer Arie im letzten Akt aus dem starren Korsett dieser Musik aus. Kartal Karagedik, den ich bisher immer als ein wenig langweilig empfunden habe, war hier als Graf voll in seinem Element, eine großartige gesangliche Leistung. Wilhelm Schwinghammer überzeugte hier in der Rolle des Figaro souverän. Im zweiten Akt konnte man dann erleben, daß die Rolle der Susanne doppelt besetzt war, wo aber blieb die Gräfin? Julia Maria Dan besitzt weder die Stimme noch die körperliche Präsenz um in dieser Rolle, der der Gräfin, überzeugen zu können. In Akt drei und vier wurde sie dann zwar hörbar besser, war aber trotz ihrer wunderbaren gesanglichen Leistung, an der es nichts auszusetzen gab, eine Fehlbesetzung. Fehlbesetzt war leider auch die von mir hochgeschätzte Katja Pieweck, die im ersten Akt hörbar mit der Musik zu kämpfen hatten, auch sie wurde im Laufe des Abends immer besser. Die erste Sensation des Abends war Dorottya Lang als Cherubino, welche beide Arien nicht nur sang, nein sie zelebrierte diese regelrecht. Elegante Temporückungen und wundervolle Verzierungen die ich so in diesen Arien noch nicht vernommen hatte ließen beide zu einem Kleinod der besonderen Art werden. Jetzt könnte man natürlich beckmesserisch anmerken, daß die Stimme für diese Rolle nicht jugendlich genug geklungen hätte, aber bei dieser grandiosen stimmlichen Leistung, geschenkt. Die zweite Sensation des Abends war Christina Gansch als Barbarina, welche aus ihrer großen Arie ebenfalls ein Kleinod der ganz besonderen Art zu zaubern verstand. In weiteren Rollen überzeugten hier Tigran Martirossian als Don Bartolo, Peter Gaillard als Don Curzio, Jürgen Sacher als Don Basilio und Franz Mayer als Antonio.

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