Jon Vickers ( 29. Oktober 1926 Prince Albert, Kanada – 10. Juli 2015, Ontario, Kanada )

Der zuletzt an Alzheimer erkrankte kanadische Tenor Jon Vickers ist am 10. July 2015 mit 88 Jahren in Ontario verstorben. Sein spezieles Timbre und der damit verbundene Schmerz in der Stimme haben seine Rollenporträts ausgezeichnet. Nie spürte man diese Eimsamkeit und die Leiden des Florestans in Gott welche dunkel hier körperlicher als bei ihm. Auch sein Siegmund z.B.in der Leinsdorf Produktion zählt noch heute zu den Markensteinen der Interpretationsgeschichte dieser Rolle. Oder erinnern wir uns an seinen Tristan neben Birgit Nilsson oder Roberta Knie, dessen Schmerz einem von keinem anderen Sänger  nähergebracht wurde als von ihm. Gleiches gilt auch für seinen Jason, den er mehr als nur einmal, neben der Medea von Maria Callas verkörperte. Ebenfalls hier nicht unerwähnt bleiben sollte seine Don Carlo Interpretation aus London neben Gré Brouwenstijn unter der Leitung von Carlo Maria Giulini. Aber nicht nur im Opernfach, sondern auch als Liedinterpret, wie zum Beispiel in der bei VAI erschienenen Winterreise von Franz Schubert setzte er Meilensteine. Zu seinen prominentesten Schülern zählt unter anderen der mittlerweile ein wenig in der Versenkung verschwundene Ben Heppner. Mit Jon Vickers ist ein Unikat in Sachen leidenschaftlicher Rolleninterpretation nun endgültig verstummt.

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