Giuseppe Verdi: Un ballo in mascera ( Hamburg, d. 22.05.2015 )

In den letzten 10 Jahren habe ich in der Hamburgischen Staatsoper dieses Werk bisher vom Dirigat und vom Orchesterklang noch nie so ausgefeilt und herausragend gespielt erlebt, wie an diesem Abend unter der Leitung von Asher Fisch. Die Philharmoniker Hamburg haben  nach dieser Leistung zu Recht ihren Platz unter den 1 a Orchestern ( Springer Presse ist selbstversädnlich anderer Meinung ) bestätigt. Nach leichten Anfangsschwierigkeiten war Norma Fantini dann auch in der Rolle drin und trotz leichter holperer im dritten Akt bei den typischen Verdiverzierungen, die ihre Sache leider so gar nicht sind, sang sie eine wundervolle Amelia,dramatisch und mit herlichen runden Spitzentönen in der Höhe. Dalibor Janis klang in der Tiefe, in der Arie Eri tu, wie ein Ertrinkender, bei dem sich gerade das Wasser in der Lunge sammelt. Zu beginn der Oper klang  seine Stimme etwas weniger elegant, daß änderte sich später aber glücklicherweise. Auch hier eine gute stimmliche Leistung. Yvonne Naef bot gesanglich wie üblich Erotik pur. Eine so erotische Ulrica bekommt man vom gesanglichen Askekt her sonst mit Sicherheit nirgendwo geboten. Einen dicken Sonderapplaus von mir für Vincnzo Neri,  wahrscheinlich wohl deswegen in der nächsten Speilzeit nicht mehr bei uns am Haus beschäftigt.  Es bestand hier wohl die Gefahr er könnte die  Nachrückkräfte von Herrn Nagano völlig deklassieren. So etwas kann sich auch eine Frau Kieseler, die das Ganze mitzuverantworten hat ( Oper; Da ist noch was möglich ) nicht gefallen lassen ( Bericht folgt)). Eine  so  herrausragende Interpretation des Christano habe ich bisher noch nicht gehört. Christina Gansch stieß in der Rolle des Oscar an ihre Grenzen. Selbstverständlich nicht gesanglich,denn da war sie brilliant wie immer. Oscar muß kokett gespielt und gesungen werden, bei ihr wirke diese Heiterkeit leider aufgesetzt. Mein Rat für die Zukunft: Finger weg von diesen Rolle. In den etwas tragischeren Momenten  lief sie hingegen Interpretatorisch zu ihrer Höchstform auf. Ich sehe sie auch eher in Rollen wie Lucia, Gilda oder La Sonnambula, um jetzt nur drei Beispiele herauszureifen. Marcello Giordani stand an diesem Abend  komplett neben sich. Ich hoffe jetzt einmal das dieses kein Dauerszustand sein wird, sondern nur eine vorübergehende Indisposition. Mindestens zwei verpaßte Einsätze, Frosch im Hals, die Stimme klang angestrengt in der Höhe und viele Töne erinnnerten größtenteils mehr an Jammer, Grauen und Entsetzen,als an konzentrierten Gesang. Man fürchtete fermanent, daß gleich die Stimme reißen könnte, was sie dann an einer Stelle auch Tat. Florian Spiess in der Rolle des Horn war in den Ensemble und Duettszenen mit Alin Anca ( Ribbing ) gut, in den Soloszenen leider völlig neben der Spur. Vieles glich vom vokalen Aspekt leider eher einer Zumutung. Mit Gesang hatte das Ganze eher weniger zu tun.

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