Rezension zu: Die Meistersinger von Nürenberg aus Bremen ( Süddeuschte Zeitung vom 26.09.2014; geschrieben von Egbert Tholl )

Für die Inszenierung, das Erfahren wir gleich zu Beginn zeichnet sich Benedikt von Peters verantwortlich. Das ganze spielt auf einem riesigen Gestell und oben auf thront das Orchester. Markus Poschner erzielt eine ungeheure Wirkung auf diesem Gerüst ( womit auch immer).  Es gibt einen Orchesterfrontalangriff, eine Demonstration der Transparenz,  nichts vom Mischklang her und eine blitzsaubere Trennung der Instrumenten Gruppen ( wie auch immer er das getan haben mag, vielleicht hat er ja eine Mauer zwischen Ihnen errichtet). Lehrbuden, Sänger und Choristen  turnen auf dem Gerüst ( sollten die dort nicht eigentlich singen, oder war das ganze etwa eine Sportveranstaltung und die angrenzende Turnhalle wurde gerade saniert ?!?). Überall Klang ( wahrscheinlich über Lautsprecher eingespielt ) zum überwältigenden Festwiesenchor tummelt sich schließlich alles was singen kann in den Rängen ( war das Haus etwas leer, gab es dort denn keine Zuschauer ).Es fällt schwer sitzen zu blieben und nicht stramm zu stehen ( mein lieber Herr Tholl, jetzt treiben sie es hier stilistisch aber doch etwas arg Toll, denn die Zeiten sind seit Ende des 2. Weltkrieges selbst in Bayreuth passé ). Namentlich erwähnt werden hier immerhin Sachs, Eva, Pogner und eine gewisse Erika Roos diese liegt dumpf da, schläft…später soll sie dann an den besten Sänger verschachert werden. ….Claudio Otelli als Sachs fiel von seiner faszinierenden Schauspielkraft….   Immerhin hält Sachs noch eine finale Rede auf der Bühne und in diesem Zusammenhang fällt auch zum ersten Mal der Name Stolzing.  Sehen tut man indes eine ambivalente Täter-Opfer-Beziehung. Und jetzt die große Preisfrage liebe Leser, ist ihnen in dieser Zusammenstellung der Höhepunkte aus der Süddeutschen etwas aufgefallen. Ich fasse kurz zusammen, es wird geturnt, man steht stramm, oder will es zumindest, jemand schläft und ein anderer hält zudem noch eine Rede. Ich hatte bis heute immer gedacht die Meistersinger von Nürenberg sei eine Oper von Richard Wagner. Oper heißt es wird gesungen, hier schien aber Augenscheinlich  an diesem Abend niemand gesungen zu haben, alle waren sie anderwertig beschäftigt gewesen. Hat Herr von Peters das Stück zu einem Theaterstück mit Orchesterklang umgedeutet, nach dieser Kritik könnte man es beinahe meinen.

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