Bayreuther Betrachtungen von Joachim Mischke aus dem Hamburger Abendblatt vom 28.07.2014 richtig gestellt

“ Denn seit Herbert von Karajan und Wolfgang Wagner, die legendären grumpy old men von Salzburg und Bayreuth, nicht mehr sind bröckeln die Image Fassaden der prestige Adressen.“

“ Vom behaupteten Weltniveau ist man hier weit entfernt, es ist oft wohl eher gehobenes Stadttheater.“

 

Dieses sind zwei Zitate aus dem Hamburger Abendblatt vom 28.07.2014, die dort kein geringerer als Joachim Mischke zum Besten gegeben hat.                                                       Realistisch betrachtet hatte er mit zweiten auch gar  nicht so unrecht, geographisch betrachtet zumindest. Axel Kober dirigierte 2013 in Düsseldorf einen fulminanten Tannhäuser und sein Wolfram hieß Markus Eiche. Das diese Produktion allerdings nach einmaligen Publikumsdurchlauf aus dem Programm entfernt wurde um zukünftig nur noch konzertant gegeben zu werden lag nicht am Dirigenten sondern an der Inszenierung, welche noch weniger Sinn für guten Geschmack vermuten ließ, als die jetzt abgesetzte Bayreuther.

Das erste Zitat hingegen ist angesichts gesanglicher Leistungen in Bayreuth wie sie unter der Ägide von Wolfgang Wagner  festzumachen an Tina Kiberg, Wolfgang Schmidt, Peter Hofmann und Hannelore Bode noch weniger nachvollziehbar, denn da wird heute um Klasse besser gesungen. Auch die  frühen Dirigate von Peter Schneider waren alles andere als erquickend um über die Parsifal Annäherungen eines Pierre Boulez wollen wird doch besser den Mantel des Schweigens ausbreiten.                                                                             Das musikalische Niveau stieg erst ziemlich spät mit Deborah Polaski, Waltraut Meier und Robert Dean Smith wieder auf ein vernünftiges Niveau. Dafür verfiel das der Inszenierungen immer schneller, Tristan und Isolde im Schiff, Lohengrin im Rattenambiente, Tannhäuser und die Biogasfabrik, selbst der aktuelle Castorff Ring scheint weder die Festspielleitung noch die Zuschauer restlos begeistert zu haben.Auch einer pauschal Glorifizierung Herbert von Karajans sollte man kritisch gegenüberstehen. Seine musikalischen Glanzleistungen endeten so gegen Ende der 1980 er Jahre. Ab dann konnte er das sängerische Niveau seiner voran gegangenen Produktionen nicht mehr erreichen und entschied sich zu einem “ Kunstgriff“ nicht mehr die Sänger sondern das Orchester rückte in den Fokus, künstlerisch und musikalisch sehr zweifelhaft. Zudem hält es der Verfasser für besonders zweifelhaft, Festspiele bereits nach jeweils einer Vorstellung schon  niederzuschreiben. Eine derartige Betrachtung sollte man sich aufheben bis zu jenem Zeitpunkt, wo man den Größtenteils selber gesehen und erlebt hat.

Auch der billige Seitenhieb gegen die Hamburgische Staatsoper durfte natürlich nicht fehlen, dort konnte man immerhin während der letzten Spielzeiten alle Bayreuther Wagneropern plus den Rienzi in einer Spitzenbesetzung erleben, hinzu kamen drei frühe Verdi Oper, ebenfalls auf einem Spitzenniveau dargeboten und Brittens Gloriana und Peter Grimes.                                                                                                                                     Welcher GMD hatte das alles innerhalb kürzester Zeit  im Programm gehabt?                 Auch hier scheint Herr Mischke von seinem Elfenbeinturm aus irgendwie den Überblick verloren zu haben. Mit diesen beiden Kommentaren verhält es sich ähnlich wie mit Tannhäusers Biogasanlage in Bayreuth , nur übler Geruch, der hier von Herrn Mischke verbal verbreitet wird

 

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Opernexperte
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