Probleme der Hamburgischen Staatsoper und wie man sie vielleicht beheben könnte

Probleme der Hamburgischen Staatsoper und wie man sie vielleicht beheben könnte

Zum einen ist es einem normalen Menschen kaum noch begreiflich zu machen wie es möglich sein kann, daß dieses Haus was den Zuschauerraum anbelangt mehr und mehr verkommt, während Millionen für eine überflüssige Elbphilharmonie ausgegeben werden.
Wer wie ich regelmäßig Gast dieses Hauses ist, dem wird der desulte Zustand der Sitzmöbel wohl kaum entgangen sein.
Teilweise wirken die Stuhllehnen wie angefressen, so daß der Samtbezug über weite Strecken mehr als nur etwas schäbig anmutet.                                                                   Andere sind bereits defekt, das heißt sie biegen sich zu weit nach hinten, so daß sich einem der Eindruck aufnötigt der Vordermann säße einem schon halb auf dem Schoß.
Hier besteht bereits seit 10 Jahren dringend Handlungsbedarf.
Geschehen ist bis heute nichts.
Das scheint sich mittlerweile auch nach außen herumgesprochen zu haben.
Zum anderen fällt dieses Haus mehr und mehr durch negativ Werbung von Personen aus dem Kreise des „Kulturteils“ der Springer oder ehermaligen Springerpresse auf.
Auch dieses ist nicht gerade sehr dienlich um ein Haus voll zu bekommen.
Auch hier hat die Hamburgische Staatsoper in den letzten Jahren eklatant versagt.
Das Resultat dieses Versagens erleben wird jetzt tagtäglich und die Sänger von heute müßen es ungerechtfertigterweise ausbaden
Hier einige Beispiele:
Es kommen hochrangige Sänger nach Hamburg, Nadja Michael in Salome, Veronika Dzhioeva in Fürst Igor und Bo Skohus und Aribert Reimann in Lear und das Haus ist zwischen einem Achtel und einem Viertel ausgelastet.
Nicht zu vergessen das fabelhafte Ensemble, allen voran Katja Pieweck, Katherina Tretyakova, Melissa Petit, Rebecca JoLoeb, Renate Springler, Levente Pall und Dovlet Nurgeldiyev.
Alles hervorragende Künstler, die Sängern welche zum Beispiel an der Bayrischen Staatsoper, der Oper unter den Linden, Covent Garden oder auch der Met gastieren an gesanglicher Qualität in nichts nachstehen, auch wenn diese was ihre Namen anbelangt nach außen hin nicht so bekannt sind.
Teilweise singen sie sogar besser als manch berühmtere Sängerin oder berühmterer Sänger.
Auch hier muß man dem Haus eklatante Versäumnisse vorwerfen.
In Sachen Hamburger Opernstudio wird ebenfalls zu wenig nach außenhin kummuniziert, welch hervorragende Talent dort geschmiedet werden, bzw. schon daraus hervorgegangen sind.
Gesamtbetrachtet muß hier leider festgestellt werden, daß die leeren Ränge in diesem Haus zum Teil auch auf ein nicht unerhebliches Eigenverschulden zurück zuführen sind.
Es gibt diesen alten Satz, wer nicht wirbt, der stirbt.
Dieses scheint sich hier leider mehr und mehr zu bewahrheiten.
Es hat wenig Sinn hier weiter auf die Presse täglicher Publikationen zu bauen.               Wenn ein Popdiva hustet, gibt es eine halbe Seite im Kulturteil, tritt in Fürst Igor eine Sängerin vom Format einer Veronika Dzhioeva auf, ist die Resonanz gleich null.
Singt Frau Tretyakova eine hervorrangende Lucia oder Adina ließt man nichts darüber im Hamburgteil einer bekannten Zeitung der Springerpresse, wohl aber über ein Popsternchen welche zwei Titeln irgentwo zum Besten gab.
Auch der Rundfunk hällt sich hier merkwürdigerweise bedeckt, gerade wenn es zum Beispiel in einer Sendung um schöne Stimmen geht, wäre hier doch die Möglichkeit, der NDR ist immer ein durch Steuergeldern subventionierte regionaler Sender, gegeben daraufhinzuweisen und Hörbeispiele zu liefern.
Die Met überträgt einmal bzw. auch zweimal die Woche während der Saison Opernaufführungen und macht so weltweit auf sich aufmerksam.
Covent Garden geht jetzt wie auch die Met neuerdings mit Übertragungen in die Kinos.
Die Opening Night der Met wird auf riesigen Leinwänden vor dem Haus und dem Timesquere übertragen.
Kein Wunder also, daß dieses Haus trotz eines enormen Schuldenberges gut ausgelastet ist.
Die Bayrische Staatsoper überträgt per Livestream im Internet neuerdings ihre Programme.
Hier hat Hamburg noch einiges zu lernen.
Ein paar Beispiele, was theoretisch machbar wäre.
Bei Großveranstalltungen Präsenz zeigen.
Beim Hafengeburtstag, eine Barkasse mieten und dort dreimal am Tag zu Kaffee und Gepäck ein halbstündiges Opernprogramm zum Klavier mit Kräften des Hauses präsentieren.
Beim Christopher Streetday, mit einem eigenen Wagen mitfahren um auf das tolle Programm aufmerksam machen, wo moderne Opernmusik läuft und auch hier ein kurzes wiederkehrendes Programm anbieten.
Die Opening Night oder auch manche Premieren könnten auf dem Rathausmarkt oder dem Gehard Hauptmann Platz übertragen werden.
Warum nicht, wie es schon einmal auf dem Gerhard Hauptmann Platz im Sommer der Fall war ein Opernfestival starten wo diesesmal ausschließlich eigene Produktionen aus der Hamburgischen Staatsoper laufen.                                                                                             Eine wöchentliche feste Seite in einer Tageszeitung um über neue Produktionen, Umbesetzungen oder anderes aus diesem Hause zu berichten.
Feste Termine wo Übertragungen aus dem Haus, einmal die Woche oder alle 14 Tage im Radio laufen bzw. Künstlerproträts oder Arien und Lieder zum Klavier von Künstlern des Hauses gesendet werden und nicht mal heute und mal morgen.
Dieses Haus ist kein Provinztheater, hier kann und muß mit dem nötigen Selbstbewußtsein mehr Präsenz gezeigt werden, um zu beweisen, daß wir hervoragend ausgebildet Sänger haben, einen ebensolchen Chor und ein mittlerweile auch wieder angagiert und gut spielendes Orchester.
Nur so kann man meines erachtens diesem negative Trend erfolgreich entgegen arbeiten.
Mehr auf eigen Initiative setzen als auf sich immer nur auf andere verlassen, dann läßt sich dieser Trend über kurz oder lang hoffentlich stoppen.

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Opernexperte
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