Richard Wagner Tannhäuser ( Berlin 12.04.2014, Radiomitschnitt )

Richard Wagner Tannhäuser ( Berlin 12.04.2014, Radiomitschnitt )

Gehört bis dato lediglich den ersten Akt.
Wie kann man nur wieder so einen Schwachsinn schreiben.

Zitat von Manuel Brug aus der Welt vom 14.04.2014 :
Er singt zur Gänze unbeteiligt….- und das tut er gut.
Erstaunlich und bewundernswert, wie der sechzigjährige, im Wagnerheldendienst zum Veteranen herangereift, das vollführt: nicht mehr frisch, aber ungemein souverän jede Klippe umschiffend, die Partie genau eingeteilt, mit sicherer Höhe und genügend Kraft, Pathos und Virilität bis hin zur finalen Romerzählung.

Ich gebe jetzt ja offen zu, bis zu diesem Zeitpunkt nur den ersten Akt gehört zu haben, aber daß, was sich mir dort anbot, im Zusammenhang mit dem, was sich Herr Seiffert hier stimmlich abgekniffen hat, da weigere ich mich allen Ernstes hier wirklich noch von Gesang zu sprechen.
Und die Vokabel abgekniffen trifft es hier wirklich.
Die Stimme klingt schon zu Anfang so, als ob ihn Venus entweder in den letzten Monaten so richtig rangenommen hat, nämlich matt ausgelaugt und vollkommen fertig.
Oder als ob der die Reise von Rom nach Berlin tatsächlich zu Fuß angetreten hätte um dort aufzutreten.
Permanent rutsch die Stimme aus dem Fokus, Töne klingen angestrengt und hohl bzw. brechen teilweise sogar total weg.
Hier kann nur einer von Souveränität und sicherer Höhe sprechen, der den Abend mal wieder irgendwo anders verbracht, anstatt in der Oper.
Dabei ist es doch heute so einfach, wenn man zu Faul ist in die Oper zu gehen bzw. an diesem Abend etwas bessereres zu tun hat, nimmt man das Ganze auf oder lädt es sich aus dem Internet runter und hört sich gegebenenfalls wenigstens die wichtigsten Stellen an bzw. wenn man tatsächlich dort gewesen sein will, noch einmal nach.
Das Dirigat von Daniel Barenboim, zumindest im ersten Akt klingt sehr transparent und stellenweise auch interessant, manche Stellen hatte ich so bisher zugegebenermaßen noch nie gehört.
Sie waren leider viel zu lyrisch, hier hätte gut und gern etwas zupackender gespielt werden können, Tannhäuser ist schließlich eine Oper von Richard Wagner und kein Oratorium von Pergolesi.
Wenn man sich erst einmal an die Stimme von Marina Prudenskaya gewöhnt hat, klingt sie als Venus ungemein verführerisch und erotisch, wenn auch etwas hart und stellenweise weniger schmeichelhaft.
Zumindest hatte ich nach dem ersten Akt erst einmal nicht das Bedürfnis verspürt mir den Rest von Herrn Seifferts Tannhäuser auch noch anzutun, da gibt es bessere Produktionen.
Falls doch werde ich diesen Artikel gern weiter ergänzen.

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Opernexperte
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