Gaetano Donizetti: Lucrezia Borgia ( Hamburg, d. 30.03.2014 )

Gaetano Donizetti: Lucrezia Borgia ( Hamburg, d. 30.03.2014 )

Edita Gruberova die erst kürzlich in einem Interview, welches in der Welt und im Hamburger Abendblatt wiedergegeben wurde bekannte sich recht deutlich zu ihrer Vorliebe für konzertante Aufführungen, da man dann mehr auf die Musik konzentrieren könne.
So fand auch diese Aufführung konzertant statt.
Der Orchesterklang der Philharmoniker Hamburg unter der Leitung von Pietro Rizzo war durchgehend gut und auch die Tempi waren schlüssig.
Ebenfalls in einer hervorragenden Verfassung war wie nicht anders zu erwarten der Chor der Staatsoper Hamburg.
Cristina Damian hatte während ihrer beiden großen Arien im ersten und zweiten Akt einige wunderbare Momente und war glänzend bei Stimme, leider wurde dieser überwiegend positive Eindruck von einigen eklatanten stimmtechnischen Unfertigkeiten, kurzum es fehlte ihr einfach das technische Rüstzeug für diese Musik, getrübt.
Adrian Sampetrean, in der Rolle des Don Alfonso, war gesanglich einer der Höhepunkte des Abend, wundervolles Stimmtimbre und auch gesangstechnisch gab es hier von meiner Seite nichts einzuwenden.
José Bros, dessen Stimme leider in der großen Arie des zweiten Akte an einer Stelle etwas leierte, habe ich noch nie so gut und mit einer so konstanten Leistung gehört, wie an diesem Abend, er war in seiner Rolle als Gennoro glaubhaft und überzeugend.
Es grenzt eigentlich schon an ein wunder, was Edita Gruberova an diesem Abend gesanglich aus dieser Rolle herausgearbeitet hat.
Mit welch einer Mühelosigkeit ihre Piani bis in die letzte Reihe des Saales klangen und dennoch den Chor überstrahlten.
Wie sie es verstand mit ihrer Stimme zu changieren, wie sie Worte und Phrasen modelierte.
Ihre Stimme war wie sie auch, immer 100 Prozentig präsent.
Sie verstand es Auf- und Abzutreten.
Mal sehen, welche Rolle sie sich als nächsten erarbeiten wird, es gibt bei Donizetti noch ein paar Opern, die wir von ihr noch nicht gehört haben, als da wären: Belisario, Emilia die Liverpool, Gabriella di Vergy, Elisabetta al castello di Kenilworth, Imelda de Lambertazzi, Parisina, Rosmonda D’Inghilterra, Torquato Tasso, Marina Faliero, Pia de Tolomei, Maria de Rudenz, Maria Padilla und Caterina Cornaro um jetzt ein paar herauszugreifen.
Ebenfalls hervorragend waren Jürgen Sacher als Jeppo, Jan Buchwald als Apostolo, Alin Anca als Ascanio, Sergui Saplacan als Oloferno, Florian Spiess als Gubetta, Jun-Sang Han als Rustighello, Szymon Kobylinski als Astolfo und Fun -Seok Jang als Una Voce.
Es war ein durchweg gelungener Abend, es gab übrigens vor einigen Tagen auch nur noch Karten für die Premiere zu kaufen, allen anderen Vorstellungen sind Ausverkauft.
Allerding standen auch gestern Abend 20 Minuten vor beginn der Aufführung noch drei Personen vor der Abendkasse um ihre Karten zu veräußern.
Lassen sie es doch einfach darauf ankommen, viellleicht haben sie ja Glück.

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Opernexperte
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