Elena Mosuc singt Donizetti Heroines ( Sony 17.09-20.09.2012 / 15.06-20.06.2013 )

Elena Mosuc singt Donizetti Heroines ( Sony 17.09-20.09.2012 / 15.06-20.06.2013 )
Ivana Garaj-Korpar – Sopran / Marko Mimica – Baß /Sascha Reckert -Glasharfe / Croatian Radio-Television Choir / Symphony Orchestra of Croatian Radio-Television / Leitung – Ivo Lipanovic

Wer erinnert sich nicht an die Guidice Rufe einer Maria Callas in Anna Bolena aus der Scala, an Angela Meade wie sie wie entfesselt die Schlußszene in der selber Oper an der Met gestalltete oder an den gequälten Schmerz einer Edita Gruberova, wie sich in Roberto Devereux die Zweithaarfrisur vom Kopf zog.
Diese musikalischen Eindrücke sind natürlich in jedem fest eingebrannt und es fällt hier keiner Sängeirn leicht, wenn sie diese Rolle interpretiert diese Eindrüke vergessen zu machen.
Teilweise werden sie zu übermächtigen Schatten.
Einige versuchen ihre Stimme an diese Klänge anzulehnen andere hingegen ghen den Weg einer eigenen Interpretation.
Einige Partien wie die Lucrezia Borgia gibt es z. B. aus Brüssel von 2012; die Maria Stuarda von 2006 aus Zürich, die Anna Bolena von 2007 aus Wien, die Lucia vom 21.06.2011 aus Turin und die Norma von 2013 aus Lyon als complette Mitschnitte mit Elena Mosuc.
Nach Au jardin de mon Couer, Mozart Arien und Lieder erscheint jetzt ihr viertes Solo Recitel mit einer Ausnahme, der Norma ganz Donizetti gewidmet, mit Szenen aus Lucrezia Borgia, Maria Stuarda, Anna Bolena, Roberto Devereux, Lucia di Lammermoor und eben jenem besagten Zugabenteil aus Norma.
Der Orchesterklang ist durchgehend überzeugend, hier wird nichts angedeutet oder als Fahrstuhlmusik herunter, geleiert wie man es jüngst auf dem letzten Verdirecitel von Anna Netrebko erleben mußte und auch der Chor ist hier als ebenbürtiger Partner zu gegegen, welcher die Sängeirn zu Höchstleistungen animiert.
Auch Elena Mosuc deutet hier nichts an, sondern singt voll aus.
Verglichen mit ihren Anfängen sind ihre Rollenauslegungen tiefgründiger geworden und ihre Stimme scheint in der Höhe keine Grenzen zu kennen.
Sie entgeht dem Vergleich mit Angela Meade in dem sie in der Schlußszene eingene kleine Akzente setzt.
Die Schlußszene aus Roberto Devereux hat leider weniger Biß als jene von Edita Gruberova, dennoch ist diese gelungen.
Die Arie aus Maria Stuarda wird ebenso makelos gesungen wie ihre Szenen aus Lucia di Lammermoor.
Für alle die es bis heute noch mit Gewalt zu ignorieren versuchen, mit diesem Arienrecitel beweist Elena Mosuc ein für alle mal ihren hohen Rang, den sie nicht umsonst in diesem Fach genießt.
Leider aber kommt jetzt der Wehmutstropfen.
Für alle voran gesungenen Rollen auf diesem Recitel besitzt sie die Ruhe, die Ausgeglichenheit und auch die Würde um diese Rollen glaubhaft darstellen zu können.
Nur bei der Norma, da klingt sie wie die Clothilde die gern einmal die Rolle der Norma spielen möchte.
Ihren Koloraturen fehlt es an Eleganz und Würde und alles klingt etwas überhastet.
Sie wählt hier leider Koloraturen, wie sie sie für eine Lucia wählen könnte um einen herorragenden Eindruck zu hinterlassen, aber es sind die falschen für die Norma.
Diese Rollen kommt Eindeutig zu früh, sie besitzt die stimmlichen Mittel, aber leider noch nicht die musikalische Intelligenz zur Gestalltung dieser Partie.
Abschließend läßt sich hier nur noch vermerken, ein ganz großer Wurf.
Eine Arien CD für den Olymp, ich wüßte heute keine Sopranistin die Gesamtbetrachtet diese Rolle auf gesanglicher Ebene besser gestallten könnte.

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Opernexperte
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