Klaus Florian Vogt: Helden ( CD Rezension )

Ich muß es hier einmal ganz offen zugeben.
Ja, ich bekenne mich schuldig.
Ja, ich habe moch eines der schlimmsten Verbrechen schuldig gemacht, die man einem anderen Menschen nur antun kann.
Ich habe einem Bekannten eine CD vorgeführt ohne mich vorher von der Qualtität selbiger Überzeugt zu haben.
Warum habe ich das bloß getan?
Nun, ich bekenne hier ganz Kleinlaut wir kannten den Sänger.
Wir hörten ihn Live als Max in Bremen und Live als Lohengrin in Hamburg.
Auch kannten wir seinen Lohengin von einer DVD.
Und ich weiß es ist keine Entschuldigung aber in allen drei Fällen fanden wir ihn gut bis sehr gut.
Ich weiß, das ist keine Entschuldigung für diese schwerwiegenden Tat, dennoch muß ich hier in aller Öffentlichkeit abbitte leisten.
Das bin ich meine Gewissen einfach schuldig.

Aber jetzt zur Sache.
Der Sänger heißt Klaus Florian Vogt und es geht um seine aktuelle CD: Helden.
Helden des Alltag waren hier wahrscheinlich gemeint, solche die Omi mit dem Rollator über die Straße helfen, oder anderen die 10 cent hinter her tragen, die sie gerade verloren haben.
Helden die einem alten Menschen in der Bahn oder im Bus einen Platz anbieten, ja das sind die wahren Helden im Alltag.
Für Klaus Flroian Vogt hingegen sind es Max ( der zumindest in der Romanvorlage Agathe seinem eigenen Vorteil opfert ), Siegmund ( der auf offener Bühne sich dem Ehebruch und der Inzest schuldig macht ), Lohengrin ( der solange im Schalfzimmer rumschwalfelt damit wir ja nicht auf unsere Kosten kommen. Jeder Romy Schneiderfilm bietet uns da mehr ) und ..und .. und.
Ochstester und Sänger wurden mit zwei verschiedenen Mikrophonen aufgenommen, das ist normal und das kennen wir ja auch schon von Peter Alexander.
Das Mikrophon ganz dicht an den Lippen und anstatt zu singen säuselt man einfach hinein, die
Tontechnik wird es schon richten ( in Titel von Peter Alexander war es der wahre Held des Alltags, nämlich der Papa ) und das tat diese denn auch.
Auf der gesamten CD von Titel 1-11 ( Vorspiele die sich auch auf selbiger befinden einmal ausgenommen, wahrscheinlich sollte der Sänger nicht überfordert werden ) wird gehaucht, gesäuselt, geflüster, nur leider leider keine einzige Note gesungen.
Einige Beispiele:
– Arie des Max: Mich pakt Verzweiflung – Ja, ja, die Verzweiflung kennen wir die nicht auch, jede Woche im Supermarkt, nehme ich jetzt die normale oder die Fettarme Milch.
– Foltert Spott – Und dann diese Blicke der Kassiererin an der Kasse, wenn ich dann die Fettarme genommen habe, als wollte sie laut sagen, naja, sie haben es ja auch nötig.
– Arie des Siegmund: Winterstürme wichen dem Wonnemond – Naja hier kam nicht einmal ein lauer Abendwind auf.
Und dann Lohengrin: In fernem Land – Als ob wir hier gerade bei der Hitparade der Volkmusik oder der Schalgerparade gelandet wären.
Ganz ehrlich von Patrick Lindner ( sorry er ist ein so symphatischer, netter Mann ), Andy Borg oder Michael Holm hätte es auch nicht anders geklungen.
Dannach bin ich dann zum letzten Titel der CD vorgerückt
Die tote Stadt: Glück das mit verblieb ( mit Manuela Uhl ) – und ganz ehrlich ( ich weiß ich wiederhole mich ) aber viel Glück bleib einem hier wirklich nicht mehr.
Sie fing an und sie sang!!!!!!
Ich dachte im ersten Moment ich höre nicht richtig, aber doch zum erstenmal wurde auf dieser CD tatsächlich gesungen.
Kurz darauf setzte die Stimme von Herrn Vogt ein und auch er sang zum ersten und einzigenmale auf dieser Cd.
Was war geschehen?
Ich griff zur Hülle und ganz unten im Kleingedruckten wurde man dahingehend belehrt, das hier etwas vom 8 eines Monats aus der Oper Berlin Livemitgeschnitten wurde und irgentwie seinen Weg auf diese CD gefunden haben muß.
Um aber die Zuhörer nicht von vorherein zu verprellen wurde im Vorfelde nicht daraufhingewiesen welcher Titel es sein würde, wahrscheinlich sollte Plüschomi nicht im Vorfelde vergrault werden.
Der nicht herausgeschnittene Applaus am Ende verriet sie denn aber doch.
Glück das mir Verblieb war der Livemitschnitt und somit auch der einzige Titel auf dieser CD der sein Geld, es waren mit Porto 8 Euro, wirklich wert war.
Wenn, ja wenn ich nicht den Livemtischnitt schon gehabt haben sollte, ich habe es jetzt nicht mehr kontrolliert.
Aber denkbar wäre es.
Als Resüme läßt dieses ganze Machwerk nur einen einzige Handlung zu, Deckel auf, rein die Tonne und dann einen dicken Mantel des Schweigens drüber und nicht vergessen, den Deckel auch wieder schließen.
Diese CD ist gelinde gesagt eine einzige Katastrophe und ist vor allen Dingen nur eines bezogen auf Klaus Florian Vogt, sie ist Rufschädigend.
Nachdem hören dieser CD würde ich mit sicherheit nicht eine Aufführung mit dem Sänger mit dieser unendlich dünnen und temperamentlosen Stimme besuchen,es sei denn ich hätte eine doppelte Portion Hallo Wach im Petto.

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Opernexperte
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