Brett Dean: Bliss Hamburg den 29.11.2011

Brett Dean: Bliss Hamburg den 29.11.2011
Die Handlung dieser Oper des australischen Komponisten ist schnell erzählt.
Die Hauptfigur, der Bariton Harry Joy erlebt bei einer Firmenfeier einen Herzinfakt und kommt erst wieder im Krankenhaus zu sich, wo er sich wie in der Hölle vor kommt.
Auch sein Leben kommt ihm wie die Hölle vor.
Seine Frau unterhält derweil eine Beziehung zu seinem Geschäftspartner und sein Sohn läßt sich von seiner eigenen Schwester einen Blasen.
Woraufhin Harry unter Lachsalven seiner Familie diese Verflucht.
Zum Unmut der Familie nimmt er sich eine Hotelsuite und kündigt den Vertrag mit einem Chemieunternehmen dessen Produkte Krebs verursachen.
Dannach trifft er sich in der Hotelsuite mit Honey B. und lernt, wie es im Begleitbuch heißt, die Wonnen der Glückseligkeit kennen.
Seine Frau läßt ihn in eine Anstalt einweisen und er kommt erst wieder frei, nachdem er sich bereit erklärt hat die Werbekampagnen seiner Frau verkaufsfördernd zu unterstützen.
Diese Übernimmt nun seine Werbefirma und die Zahlen steigen, bis sie erfährt, daß sie auf Grund ihrer verbrachten Kindheit auf einer Tankstelle an Krebs erkrankt sei, woraufhin sie die gesamte Vorstandsetage ihrer Werbefirma mit einem Kanister Benzin in die Luft jagt.
Ihre kurz danach eintreffenden Kinder sterben noch am Ort des Geschehens an den Dämpfen, während Harry sein Leben auf einer Mühldeponie mit Honey B. genießt.

Die Musik im ersten Akt ist sehr modern und sollte nicht nach einem anstrengenden Arbeitstag genossen werden.
Auch sollte man ein wenig Erfahrung mtibringen, was die Tonsprache moderner Oper anbelangt.
Versatzstücke aus dem Tanz der Ritter und aus My Fair Lady klingen für wenige Minuten im ersten Akt durch.
Der zweiten Akt ist dann weit aus melodischer, man hör zu Beginn eine E – Guitarre und es klingt musikalisch ein wenig nach easylistening Jazz, auch hier erkennt man für wenige Minuten leichte Versatzstücke aus Porgy und Bess.
Im dritten Akt wird es dann wieder disharmonisch.
Es wird gesungen, es wird geschrien und der Text näherte sich mehrmals der Fäkalsprache an.
Zumindest im ersten und dritten Akt.
Ha Young Lee, welche erst im zweiten Akt auftritt singt wie gewohnt auf höchsten Niveau.
Paul Whelans Part ist eher Liedhaft angelegt und er erinnert zum Teil an Thomas Hampson ( was hier nicht positiv gemeint ist, denn er singt etwas spannungsarm ).
Miriam Gorden -Steward ließ sich als indisponiert ankündigen, da sie vermutete nicht alle Noten die Brett Dean für diesen Part, den der Betty, vorgeschrieben hatte ausführenzukönnen.
Wer der Anwesenden kannte eigentlich die Partitur auswendig?.
Von einer Indisposition jedenfalls was meines Erachtens nach nichts zu bemerken.
In weiteren Rollen überzeugten hier noch Jun-Sang Han in der Rolle des Sohnes und Katerina Tretyakavo als Lucy.
Wer sich übrigens schon seit einigen Jahren gefragt hat wie eigentlich Thomas Gottschalk aussieht bzw. klingt, an diesem Abend bekam er endlich Gewißheit, er hatte hier nämlich die Partie des Arztes übernommen welcher Betty ( Harrys Frau ), die Krebsdiagnose mitteilte.
Wer sich übrigens schon seit einigen Jahren gefragt hat wie eigentlich Thomas Gottschalk aussieht bzw. klingt, an diesem Abend bekam er endlich Gewißheit, er hatte hier nämlich die Partie des Arztes übernommen welcher Betty ( Harrys Frau ), die Krebsdiagnose mitteilte.
Alexander Soddy ließ das Orchester auf gewohnt hohem Niveau aufspielen.

Simone Young wird ja gern ein Spielplan vorgeworfen der wenig Platz für inovative musikalische Ideen läßt.
Die Stunde der Ignoranten, Joachim Mischke, Edeltraut eins und zwei ( sie erinnern sich, die beiden Leserbriefe im Hamburger Abendblatt ) und nicht zuletzt ein Kommentar auf 90, 3, dem Fachprogramm für klassische Musik, schlug ja auch bereits.
Wenn es nun aber mal ein Programm gibt, das aus dem Rahmen fällt, dann ist die Staatsoper noch nicht einmal zur Hälfte gefüllt.
Nur noch am Rande erwähnt, es war eine Aboveranstalltung.
Hiermit läßt sich als Resümee wohl nur eines Festhalten, jede Stadt hat offenkundig genau das Opernprogramm, das es verdient, denn wenn keiner hingeht, warum dann das Programm weiter ausbauen.
Es gleicht offenkundig dem Gleichnis, als würde man Perlen vor die Säue werfen.

 

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Opernexperte
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