Telemann: Flavius Bertaridus, König der Langobarden 12.11.2011

Telemann: Flavius Bertaridus, König der Langobarden 12.11.2011

Wie just Edeltraut auf einen unqualifizierten Bericht von Herrn Mischke im Hamburger Abendblatt einen ebenso unqulifzierten Lerserbrief meinte hinterherschicken zu müßen, in dem sie verkündete in Hamburg würde es seit Simone Young nur Wagner und Strauss geben.
So muß ich an diesem Abend wohl einem mir völlig unbekannten Werk von Richard Wagner oder war es doch Richard Strauss beigewohnt haben.

Antonio Abete war an diesem Abend leider indisponiert und sang teilweise eher sprechenderweise die Rezitative, die Arien hingegen fielen aus.
Maite Beaumont ( Flavius ), die in diesem Haus bereits in Alcina ( recht gute Leistung ) und La Cenerentola ( leider eher mäßig, da etliche Koloraturpassagen ausfielen ) gesungen hatte und deren Arien CD leider wenig persönliche Stimmfarbe erahnen ließ, wuchs an diesem Abend förmlich über sich hinaus ( nein sie war nicht plötzlich 2 Meter 10 groß ).
Ihr Stimme hatte an Größe und Dynamik enorm dazugewonnen.
Ein weiteres Highlight an diesem Abend war Ann-Beth Solvang ( Flavia ), die erst seit kurzem an diesem Hause singt, ihr Mezzo ist deutlich tiefer und wärmer als der von Maite Beaumont.
Auch sie lieferte ein wahres Feuerwerk an Koleraturen und war auch auf gesanglicher Ebene voll in der Rolle drin.
Erfreulich auch, daß der Countertenor David DQ Lee zurückkehrte und ebenfalls hervorragend sang.
Alessandro De Marchi ( nicht der Bart dafür aber ist der Zopf ab ), den ich schon als Dirigenten von Händels Julius Caesar sehr zu schätzen gelernt hatte, führte das Orchester und das Ensemble zu Höchstleistungen.
Ich habe selten einen Dirigenten mit solch einer Begeisterung dirigieren sehen ( zuletzt Mark Minkowski der nach seiner Wiener Alcina im letzten Jahr einen Kniefall vor seinem Orchester aufs Parkett legte ).
In weiteren Rollen waren hier noch Tatiana Lisnic ( Rodelinda ), Katerina Tretyakova ( Cunibert ), Jürgen Sacher ( Orontes ) und Melissa Petit ( Regimbert ) zu erleben.
Ein durch und durch homogenes Ensembles.
Nach dieser Aufführung kann mit Sicherheit niemand mehr behaupten Barockopern wären langatmig.
Falls das Werk jemals wieder ins Programm aufgenommen werden sollte, kann ich nur allen Barockmusikgeschädigten von NDR Kultur raten sich vor Ort eines besseren belehren zu lassen.

Über godenrath

Opernexperte
Dieser Beitrag wurde unter T.02. Georg Philipp Telemann veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s